Akazie (auch Robinie oder falsche Akazie genannt)

 

 

Verbreitung

Weltweit kultiviert, vor allem in Südosteuropa

 

Kurzbeschreibung

Die Akazie ist heute nach Eukalyptus- und Pappelarten der weltweit am häufigsten kultivierte Laubbaum, überwiegend mit dem Ziel der Bodenverbesserung (Stickstoffeintrag) und der Haldenbefestigung. Aufforstungen zum Zweck der Holzproduktion bestehen vornehmlich in Südosteuropa mit den grössten Flächen in Ungarn und Rumänien. Das Holz der Akazie besitzt hervorragende technische Eigenschaften, eine hohe natürliche Dauerhaftigkeit und oft ein dekoratives Aussehen. Aufgrund einer meist schlechten Stammform und geringer Durchmesser bzw. Längen stehen gegenwärtig keine grösseren Mengen an Akazienholz für eine regelmässige industrielle Verarbeitung zur Verfügung. Auch in näherer Zukunft dürfte sich das Angebot auf dem europäischen Markt in engen Grenzen halten.

 

Stammform

Mittelgrosser Baum von 12 bis 25 Metern (maximal 30 Meter) Höhe und 30 bis 60 cm Durchmesser, astfreie Längen meist relativ gering von 2 bis 6 Meter, im geschlossenen Bestand bis 10 Meter, häufig krummschaftig, teilweise unrund und spannrückig. Planmässige Selektion und forstliche Pflegemassnahmen in Plantagen können Form und Dimensionen positiv beeinflussen.

 

Farbe und Struktur

Splint weiss bis hellgelblich und bei älteren Bäumen sehr schmal. Kernholz im frischen Zustand gelblicholiv bis hellbraun, unter Lichteinfluss nachdunkelnd zu goldbraun oder hell lederbraun. Poren im Frühholz grob und ringförmig angeordnet (ringporig) und in helles Speichergewebe eingebettet. Tangential als markante helle Fladern und radial als lichte, feine Streifen das Holzbild bestimmend, stark verthyllt. Spätholzporen deutlich kleiner, teils einzeln, teils in kleinen Nestern angeordnet und durch helles Speichergewebe z.T. zu kurzen, welligen tangentialen bis diagonalen Gruppen verbunden.

 

Gesamtcharakter

Durch Früholz-Porenringe in allen Schnittrichtungen auffällig strukturiertes, oliv- bis goldbraunes, ansprechendes Holz.

 

Abweichungen

Häufig unregelmässiger Faserverlauf, bedingt durch Krümmungen und exzentrischen Wuchs.

 

Handelsformen

Rundholz: Durchmesser ab 0,2 bis 0,4 Meter (max. 0,6 Meter), Längen im Mittel um 2 Meter, aufwärts bis 4 Meter.

Schnittholz: in kleinen Dimensionen als Rohlinge für Möbelteile und Werkzeugstiele, in grösseren Abmessungen (selten) für konstruktive Aufgaben im Innen- und Aussenbau.

Sonstiges: Vereinzelt als Messerfurniere.

 

Eigenschaften

Das Holz der Akazie ist schwer und hart mit entsprechend guten Festigkeitswerten, die deutlich über denen der Eiche liegen, es ist schwer spaltbar, zäh und elastisch sowie gut biegbar. Wie Esche zeichnet sich Akazie durch eine überdurchschnittliche Belastbarkeit bei dynamischer Beanspruchung aus. Die Schwindmasse sind, gemessen an der hohen Rohdichte, niedrig. Einmal getrocknet besitzt das Holz ein gutes Stehvermögen. Die Trocknung verläuft sehr langsam, das Holz neigt zum Werfen und Reissen bedingt durch Faserabweichungen und Wuchsspannungen. Eine ausreichende Freiluft-Vortrocknung sowie das Abdichten der Hirnenden ermöglichen jedoch bei der technischen Trocknung gute Ergebnisse. Geradfaseriges Holz lässt sich mit allen Hand- und Maschinenwerkzeugen gut bearbeiten, schnitzen und drechseln. Das Holz besitzt eine hohe Kantenfestigkeit, gehobelte Flächen sind dicht und glatt und lassen sich problemlos weiterbehandeln. Alle Verbindungen durch Nageln, Schrauben und Leimen halten gut, Vorbohren ist erforderlich. Durch thermische Behandlung, z.B. beim Dämpfen für die Furnierherstellung, geht die ursprüngliche Farbe verloren und ändert sich zu kastanienbraun. Das Kernholz besitzt eine hohe natürliche Resistenz gegen holzzerstörende Pilze und Insekten. Akazie ist eine der ganz wenigen in Europa wachsenden Holzarten der Dauerhaftigkeitsklasse 1. Das Holz ist stark sauer und wird in Verbindung mit Feuchtigkeit durch Metalle verfärbt, letztere korrodiert. Für Befestigungen sind Holzverbindungen oder rostfreie Stahle zu verwenden. Trockenes Holz ist geruchlos. Spezifische Inhaltstoffe (Flavonoide) können u.U. bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen der Haut (Dermatitis, Ekzeme) hervorrufen.

 

Oberflächenbehandlung

Aussenbehandlung: Eine Behandlung mit Transparent- oder Klarlacken lässt sich mit Anstrichmitteln auf Alkyd- oder Epoxid-harzbasis durchführen. Sie ist angezeigt bei Holzteilen, die keinem Schlagregen und keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Zum Schutz gegen Sonnenlicht haben sich die Lasuranstriche mit UV-Licht absorbierenden bzw. reflektierenden Pigmenten gut bewährt. Zu empfeheln sind mehrfache Anstriche mit abschliessender Dickschichtlasur. Decklackierung oder -anstriche auf Alkydharz- oder Dispensionsbasis sind möglich, lassen aber die ansprechende Maserung und Farbe von Akazienholz nicht zur Geltung kommen. Unbehandelte Flächen vergrauen bei Bewitterung.

 

Verwendungsbereiche

Akazienholz steht derzeit kaum in grösseren Mengen zur Verfügung. Zudem sind längere geradwüchsige, ausreichend stark dimensionierte Abschnitte selten. Soweit es Wuchsqualität und die verfügbaren Abmessungen erlauben, ist es aufgrund der guten Eigenschaften (Festigkeit, Verarbeitbarkeit, Stehvermögen, natürliche Dauerhaftigkeit) ein vielseitig einsetzbares Holz. Im Aussenbereich eignet es sich allgemein als Konstruktionsholz (bei grösseren Abmessungen verleimt), im Garten- und Landschaftsbau sowie für Fahrzeugaufbauten, Türen, Fenster, Tore, Zäune etc..

Dank seiner hohen dynamischen Beanspruchbarkeit eignet sich Akazie besonders für hochwertige Werkzeugstiele sowie Turn- und Sportgeräte. Weiterhin wird das Holz in der Landwirschaft und im Obstbau als Zaun- bzw. Stützpfähle verwendet.

Gewicht: 725 kg/m3

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