Bambus

 

 

Verbreitung

China, eingeführt nach Japan, Süd-Korea und Westkürste Nordamerikas

 

Kurzbeschreibung

Der Bambus zählt botanisch nicht zu den Holzgewächsen, sondern ist ein verholztes Gras aus der Familie Poaceae. Diesem Gras kann jedoch im Vergleich zu Holz in weiten Teilen Asiens, Südamerikas und Afrikas eine grössere Bedeutung als Bau- und Werkstoff zugesprochen werden.

Aufgrund aktueller Lifestyle-Trends werden Produkte aus Bambus auch vermehrt in Europa nachgefragt. Sowohl im Möbelbau, für Küchenutensilien wie auch im Aussenbereich und in der Holzwerkstoffindustrie wird Bambus eingesetzt, Tendenz steigend. Einige Bambusarten wachsen schnell wie keine andere Pflanze und übertreffen in ihren mechanisch-technologischen Eigenschaften sogar einige Holzarten. Dieser Artikel gilt für die in Asien häufigste Art P.pubescens, welche auch zumeist für die aus China importierten Produkte verwendet wird. Wegen seiner noch grösseren Dimensionen wird auch der Guadua-Bambus (Guadua angustifolia) aus Südamerika für konstruktive Zwecke verwendet.

 

Farbe und Struktur

Die äussere Färbung des frischen Bambushalmes kann von gelb bis grün über grau, z.T. gestreift oder mit Punkten variieren. Der hohle Halm ist durch Knoten (Nodien) in längere Segment (Internodien) unterteilt. In das einheitliche, meist helle und wenig dichte Grundgewebe sind die dunkel abgesetzten Leitbündel eingebettet. Diese bestehen aus den Leitelementen (Gefässe), den stabilisierend umgebenen, dichten Fasern sowie dem parenchymatischen Grundgewebe zur Speicherung. Grösse, Form und Lage/Ausrichtung der Leitbündel variieren in Abhängigkeit von der Position (Höhe, innen oder aussen) im Halm. Da der Bambus kein sekundäres Dickenwachstum besitzt, werden keine Zuwachszonen ausgebildet. Auch Holzstrahlen kommen nicht vor.

 

Gesamtcharakter

Helles verholztes Gewebe, das im Querschnitt durch die markanten Leitbündel gekennzeichnet ist.

 

Eigenschaften

Diese variieren entsprechend der Dichte.

 

Bearbeitbarkeit

Aufgrund der Einlagerungen im Grundgewebe ist die Standzeit der Messer sowohl von Hand- als auch von Maschinenwerkzeugen verringert. Der Halm lässt sich in Längsrichtung einfach spalten. Für die Herstellung von massiven Bambusprodukten müssen die gespaltenen Halme (sogenannte Strands) verklebt werden. Eine Profilierung des Bambusgewebes ist aufgrund der hohen Neigung zum Splittern schwierig.

 

Trocknung

Die hohlen Bambushalme neigen beim Trocknen im Ganzen zum Aufreissen. Aufgespaltene oder aufgeschnittene Halme (Strands) sind relativ unkompliziert zu trocknen. Jedoch schwindet Bambus im Vergleich zum Holz schon zu Beginn der Trocknung.

 

Natürliche Dauerhaftigkeit

Bambus enthält keine dauerhaften Inhaltsstoffe (Dauerhaftigkeitsklasse 5), so dass er ohne chemische Schutzmassnahmen im Aussenbereich, insbesondere mit Erdkontakt, bald von Pilzen und Insekten (auch in Europa) befallen wird. Mit entsprechender Behandlung wird eine Dauerhaftigkeitsklasse 1 (sehr dauerhaft) erreicht.

 

Verwendungsbereiche

Parkett, Möbel, Saunabereich, Terrassendielen (in Form von thermisch behandelten und phenolharzverklebten Strands), plattenförmige Holzwerkstoffe, Küchenutensilien und Essstäbchen.

 

Anmerkung

Die mechanischen Eigenschaften von Bambus sind abhängig von botanischer Art und Alter des Halms, ebenso das Quell- und Schwindverhalten (junger Bambus arbeitet intensiver, da noch weniger verholzt).

Bambus Holz, Holzlexikon Bamus