Nussbaum

 

 

Verbreitung

West-, Mittel- und Südeuropa, Nordafrika, Kleinasien, weit nach Asien bis China, Korea und Japan.

 

Kurzbeschreibung

Der zu den Edellaubhölzern gehörende Nussbaum liefert eines der wertvollsten und seit Jahrhunderten begehrtesten Hölzer. Unter den einheimischen Holzarten gilt er als wertvollste Art überhaupt. Dabei ist das Holz sehr rar, da der Nussbaum bei uns kein eigentlicher Waldbaum ist, sondern lediglich als Einzelbaum in Gärten, zuweilen als Alleebaum vorkommt.

Gewicht: 720 kg/m3

 

Stammform

Der Nussbaum erreicht als mittelgrosser Baum Höhen von 15 - 25 Meter, seltener auch bis 30 Meter. Der Stammdurchmesser beträgt im allgemeinen 60 - 80 cm. Im Bestand werden zylindrische, geradschäftige Stämme mit astfreien Längen von 6 bis zu 10 Metern ausgebildet.

 

Farbe und Struktur

Der Nussbaum gehört mit einem vom Splintholz deutlich abgesetzten Farnkern zu den Kernholzbäumen. Der 5 bis 10 cm breite Splint weist eine grau-weisse bis rötlich-weisse Färbung auf. Das Kernholz ist in Abhängigkeit von Alter und Standort sehr variabel von hellgrau bis dunkelbraun, dabei oft gestreift, unregelmässig geadert oder wolkig gezeichnet. Es besitzt im Allgemeinen eine als halbringporige einzustufende Gefässanordnung mit im Frühholzbereich groben bis mittelgrossen und zumeist in einem lockeren, einreihigen Porenkreis angelegten Gefässen. Die insgesamt wenig zahlreichen Gefässe sind oft mit glitzernden Thyllen verstopft. Infolge der Halbringporigkeit sind die Jahrringe gut kenntlich voneinander abgesetzt, wodurch auf den Längsflächen eine zarte Fladerung bzw. Steifung verursacht wird. Durch die häufige Farbstreifigkeit des Kernholzes, wie auch durch die oft stärkeren Faserabweichungen, ergeben sich dekorative Fladerzeichnungen bzw. geflammte oder gemaserte Holzbilder.

 

Gesamtcharakter

 

Besonders schönfarbiges Laubholz von braungrauer Grundfärbung, dabei häufig gestreift oder gemasert. Jahrringgrenzen deutlich, Gefässe grob und halbringporig angeordnet. Sehr dekorativ.

 

Eigenschaften

Das Holz des Nussbaums ist feinfaserig, ziemlich hart, dabei zäh, aber wenig elastisch. Fehlerfrei gewachsen weist Nussbaum ausgezeichnete, dem Eichenholz durchaus vergleichbare Festigkeitseigenschaften auf. Insbesondere ist das Holz äusserst biegefest. Bei dynamischer Beanspruchung splittert es nur wenig. Nussholz gehört zu den weniger stark schwindenden Hölzern und neigt, einmal abgetrocknet, kaum noch zum Arbeiten, so dass es ein gutes Stehvermögen besitzt.

 

Oberflächenbehandlung

Die Behandlung der Oberflächen ist problemlos. Nussbaum lässt sich ausgezeichnet polieren, sehr gut beizen und mattieren. Lacke werden ebenfalls gut angenommen.

 

Bearbeitbarkeit

Das Holz lässt sich mit allen Werkzeugen, sowohl mit Maschinen wie auch von Hand, sehr gut und sauber bearbeiten. So kann es leicht gesägt, gemessert und geschält werden, wie es auch mühelos zu hobeln, zu profilieren, zu drechseln und zu schnitzen ist. Die Oberflächen werden ausgesprochen sauber und glatt. Auch ist der Nussbaum gut zu biegen, dagegen wegen den oft auftretenden Farbabweichungen häufig schlecht zu spalten. Nagel- und Schraubverbindungen bereiten ebenso wenig Schwierigkeiten wie die Verleimung.

 

Trocknung

Nussbaum lässt sich im Allgemeinen gut trocknen mit nur wenig Neigung zum Reissen. Allerdings verläuft die Trocknung langsam und bedarf, insbesondere bei stärker dimensionierter Ware, einer vorsichtigen Steuerung bei der technischen Trocknung mit Anfangstemperaturen zwischen 60 und 70 °C. Für die natürliche Trocknung empfiehlt sich eine Lagerung in der sich später von selbst lösenden Rinde, wodurch neben einer allgemeinen Farbverbesserung vor allem ein gewisser Farbausgleich zwischen Splint- und Kernholz erzielt wird. Zur Verbesserung der Farbe dient auch das Dämpfen des noch feuchten Holzes, wobei sich ein mildes, langes Dämpfen besser als ein kurzes, scharfes bewährt hat.

 

Natürliche Dauerhaftigkeit

Der Witterung ausgesetzt ist das gegen Pilzbefall recht anfällige Nussholz mässig dauerhaft (Dauerhaftigkeitsklasse 3). Unter Wasser ist es dagegen relativ haltbar.

 

Verwendungsbereiche

Die Verwendung des Holzes ist stets auf hochwertige Gegenstände beschränkt. Im Handel wird Nussbaumholz als Rundholz, Schnittholz und in Form von Messerfurnieren angeboten. Daneben werden Maserknollen und Maserfurniere gehandelt. Es ist ein ausgesprochenes Ausstattungsholz und nimmt in der Möbelherstellung seit vielen Jahrhunderten eine dominierende Stellung ein. Auch heute wird Nussbaumholz sowohl furniert als auch massiv, vorrangig in der Möbelindustrie und im anspruchsvollen Innenausbau, verarbeitet. Ob es als Furnier oder Vollholz zum Einsatz gelangt, entscheidet die jeweilige Qualität des Holzes. Als Vollholz wird Nussbaum vornehmlich für Sitzmöbel und Kleinmöbel sowie Tische und Schränke, wie auch für Parkett und Massivholzböden, verwendet.

 

Holzhärte

Die Holzhärte des Nussbaumholzes wird mit 31 eingestuft.

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